Rinder weiden für den Naturschutz

Wir sind überzeugt davon, dass die Rinderweide ein wichtiger Baustein zur Erhaltung der Biodiversität in unserer Kulturlandschaft ist. In unserer Beweidungspraxis und bei unseren  wissenschaftlichen Untersuchungen sehen wir die Erfolge bei Flora, Fauna und dem Landschaftsbild.

In dem von Ursula Klement gut recherchierten Rundfunkbeitrag in BR2 vom 10.06.20  „Weiderinder als Naturschützer“ wird die Thematik der Rinderweide aufgegriffen. Der Hutangerpate Dr. Alois Kapfer vom Verein zur Förderung natunaher Weidelandschaften hat den Beitrag fachlich begleitet.

 

 

 

 

 

Weideauftrieb

Mittlerweile sind alle Rinderherden des Naturschutzzentrums auf ihren Sommerweiden. Den Abschluss bildete die Mutterkuhherde in Steinensittenbach. Das Hutanger-Beweidungsprojekt des Naturschutzzentrums ist ein Modellbetrieb für die Landschaftspflegebeweidung in kleinstrukturierten Mittelgebirgslagen. Der Verein arbeitet mit insgesamt sieben Einzelherden. Die Rinder beweiden vor allem Hutanger, Naturschutzgebiete und naturschutzfachlich wertvolle Standorte. Sie pflegen diese schwierige Standorte besser als jede Maschine.

Die Tiere stehen im Molsberger Tal,

 

 

 

 

 

auf den Hutangern von Hinterhaslach und Schupf,

 

 

 

 

 

 

 

an der Mühlkoppe von Pommelsbrunn,

 

 

 

 

 

im Steinbruch von Hartmannshof

 

 

 

 

 

und auf den Hutangern rund um Steinensittenbach.

 

 

 

 

 

Im Auftrag der Regierung von Mittelfranken wird die Beweidung im Molsberger Tal auch wissenschaftlich begleitet. Für die Artenvielfalt ist die Rinderbeweidung sehr erfolgreich und auch wirtschaftlich würden die Rinder die schwer zugängliche Flächen deutlich günstiger pflegen als  dies mit Maschinen möglich ist – nur bekommen sie nicht die kostendeckende Entlohnung für ihre Arbeit. Während die zweibeinigen Landschaftspfleger nach Stundenaufwand abrechnen können, wird die Beweidung durch über Rinder nur nach standarisierte Flächenprämien bezahlt – was den tatsächlichen Aufwand für viele Flächen nicht abdeckt. Mit diesen Praxisbeispielen ermittelt das Naturschutzzentrum Daten die dazu beitragen sollen dass die naturschutzfachlich sinnvolle Beweidung in Zukunft für alle Beweidungsbetrieb besser entlohnt wird.

 

Für die Betreuung der Rinder sind der Agraringenieur Rainer Wölfel und der  Natur- und Landschaftspfleger Andreas Roth in Teilzeit angestellt. Als Gebietsbetreuer sind sie auch für die Hutanger zuständig. Die Gebietsbetreuerstellen werden vom bayerischen Naturschutzfonds gefördert.  Die Tiere müssen täglich kontrolliert werden, es müssen neue Zäune errichten und die vorhandene gepflegt  werden. Auf den kleinen Flächen werden die Herden immer wieder umgetrieben.

 

Für die weit verstreute Tierbetreuung, deren Winterbetreuung und den landwirtschaftlichen Betrieb sucht das Naturschutzzentrum dringend eine engagagierte zusätzliche Teilzeitkraft zur Unterstützung der Arbeit (Bewerbungen unter 09151/70200, info@hutanger.de).

 

Mit dem bayernweit einmaligen Beweidungsbetrieb hat das Naturschutzzentrum noch einiges vor. Wir wollen die wissenschaftliche Arbeit zur Förderung von Insekten auf Weideflächen ausweiten und die Kooperation mit Universitäten und Fachhochschulen ausbauen. Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit möchten wir die Menschen zum Thema Beweidung und Naturschutz informieren. Unser Betrieb ist auch ein Beispiel für Praktiker, die sich mit dem Gedanken beschäftigen eine eigene Mutterkuhherde anzuschaffen.

Ob für diese Pläne in den nächsten  Jahren noch Fördermittel zur Verfügung stehen, muss sich allerdings erst noch zeigen. Auf die private Unterstützung der Arbeit setzt das Naturschutzzentrum mit dem Hutanger-Patenschaftsmodell bei dem sich jeder beteiligen kann (siehe www.hutangerblog.de). Die Paten können an gemeinsamen Patenschaftsaktionen teilnehmen und das Weidfleisch erwerben.

Vorbereitungen für die Weidesaison

Wie bei allen Weidetierhaltern haben die Vorbereitungen für die Weidesaison auch beim Naturschutzzentrums begonnen.

Früher hatten die Hirten die Aufgabe die Hornspitzen der Rinder vor dem Weideaustrieb etwas abzufeilen. Diese Maßnahme sollte dazu beitragen, die Verletzungen der Rinder bei Rangkämpfen abzumildern. Der Hirte bekam dafür als Entlohnung oft einige Eier vom Tierhalter. Die Hornspitzen müssen jetzt nicht mehr gekürzt werden, da keine fremden Herden mehr gemischt werden. Aber es gibt andere Tätigkeiten, um die Tiere vor dem Weideaustrieb fit zu machen. Bei manchen Kühen muss eine Klauenpflege durchgeführt werden.

Der Gebietsbetreuer Andreas Roth ist ausgebildeter Natur- und Landschaftspfleger und hat im Hutangerprojekt seinen Schwerpunkt in der Tierbetreuung.
Also: Klauenpflege ist auch eine Form der  Landschaftspflege, mit gepflegten Klauen sind die vierbeinigen Landschaftspfleger fit für ihre Arbeit im Sommer auf den Hutangern.

 

Vorfreude auf die Weidesaison

Bald ist es wieder soweit und die Stallzeit hat eine Ende. Alle Kühe schauen schon sehnsüchtig nach draußen und freuen sich auf die Weisesaison. Für den Austrieb muss allerdings noch etwas Gras wachsen. Erste Frühlingsboten sind immer auch die Kuhschellen.

 

 

 

 

 

 

Wir haben es auch geschafft für die Kuhlumne der Hersbrucker Zeitung eine eigene Spalte einzurichten. Sie können hier die alten Beiträge von 2019 nachlesen und aktuell die neuen Kuhlumnen verfolgen.

Seminar mit Kuhtrainer Philipp Wenz

Der Kuhtrainer Philipp Wenz ist dieses Jahr wieder bei uns im Sittenbachtal zu Gast. Er hält vom 27.09 bis 28.09. ein zweitägiges Intensivseminar zum Umgang mit Rindern.

Das Seminar richtet sich an Mutterkuhhalter, Milchviehbetriebe und Menschen, die einen stressfreien Umgang mit Weidetieren erlernen möchten.

Vormittags gibt es eine theoretische Einführung in den stressarmen Umgang mit Weidetieren und es werden Techniken für die Arbeit mit den Tieren vermittelt. An den Nachmittagen kommt dann jeweils der Praxisteil. Am ersten Tag werden die Techniken mit der Rinderherde auf großer Fläche erprobt, am zweiten Tag steht die Arbeit unter engen Verhältnissen im Korral im Vordergrund.

Anmeldung bei uns im Naturschutzzentrum, Teilnehmerzahl begrenzt

Für interessierte Menschen aus dem „Nicht-Profi-Bereich“ gibt es am Sonntag, den 29.09. ein ganztägiges Schnupperseminar, auf dem Philipp Wenz die Techniken im Umgang mit Rindern erklärt. Die Prinzipien sind auf alle Arten von Weidetieren anzuwenden.

Die Anmeldung für das Eintagesseminar   bei uns im Naturschutzzentrum.

Der Praxisteil findet auf unseren Weiden im Sittenbachtal statt, unsere Tiere freuen sich sicherlich schon auf die Schulung.

Rinderweide erleben

Im Rahmen der BayernTourNatur Führungen lädt der Gebietsbetreuer Rainer Wölfel  zu einem entspannten Abendspaziergang ins Molsberger Tal ein. Nach Feierabend gehen wir zu der Rinderherde des Naturschutzzentrums und genießen entspannt die Abendstimmung auf der Weide.

Hier können sie Fragen zum Beweidungsprojekt und zur Tierhaltung stellen.

Treffpunkt ist der Parkplatz am Sportplatz von Förrenbach
Termin: Mittwoch 26.06.2019 um 19.00 Uhr

Weiden im Waldrand

Am SonntagGebietsbetreuer in Bayern, den 19.05.2019 um 15:00 Uhr führen der Förster Burkhard Reuter und der Gebietsbetreuer Hutanger Rainer Wölfel durch das Molsberger Tal.
Sie zeigen auf der ca. 3-stündigen Wanderung warum die Rinderbeweidung von Waldrändern die Artenvielfalt fördert. Außerdem wird über extensive Weidewirtschaft, den Aufbau von Mittelwäldern und seltene Tier-und Pflanzenarten informiert. Treffpunkt ist am Parkplatz des Sportplatzes von Förrenbach in der Molsberger Straße.

Albauftrieb abgeschlossen

Nach der Winterpause gehen unsere vierbeinigen Landschaftspfleger wieder ihrer Arbeit nach.
Die Tiere wurden mit dem Kuhtaxi zu ihren Arbeitsstätten gefahren. Die Herden sind jetzt im Steinbruch von Hartmannshof, auf der Mühlkoppe bei Pommelsbrunn, im  Molsberger Tal zwischen Förrenbach und Molsberg und im Rempfental auf dem ehemaligen Hutanger.

Die Herde von Steinensittenbach war die  letzte die unseren Stall verlasssen hat, sie haben sich sehr über den Austrieb gefreut (siehe Foto1).

 

 

 

 

Danach mussten eigentlich nur über die Strasse und stehen jetzt malerisch unter den blühenden Obstbäumen und zwischen den Felsen unterhalb von Hohenstein.