Weideauftrieb

Mittlerweile sind alle Rinderherden des Naturschutzzentrums auf ihren Sommerweiden. Den Abschluss bildete die Mutterkuhherde in Steinensittenbach. Das Hutanger-Beweidungsprojekt des Naturschutzzentrums ist ein Modellbetrieb für die Landschaftspflegebeweidung in kleinstrukturierten Mittelgebirgslagen. Der Verein arbeitet mit insgesamt sieben Einzelherden. Die Rinder beweiden vor allem Hutanger, Naturschutzgebiete und naturschutzfachlich wertvolle Standorte. Sie pflegen diese schwierige Standorte besser als jede Maschine.

Die Tiere stehen im Molsberger Tal,

 

 

 

 

 

auf den Hutangern von Hinterhaslach und Schupf,

 

 

 

 

 

 

 

an der Mühlkoppe von Pommelsbrunn,

 

 

 

 

 

im Steinbruch von Hartmannshof

 

 

 

 

 

und auf den Hutangern rund um Steinensittenbach.

 

 

 

 

 

Im Auftrag der Regierung von Mittelfranken wird die Beweidung im Molsberger Tal auch wissenschaftlich begleitet. Für die Artenvielfalt ist die Rinderbeweidung sehr erfolgreich und auch wirtschaftlich würden die Rinder die schwer zugängliche Flächen deutlich günstiger pflegen als  dies mit Maschinen möglich ist – nur bekommen sie nicht die kostendeckende Entlohnung für ihre Arbeit. Während die zweibeinigen Landschaftspfleger nach Stundenaufwand abrechnen können, wird die Beweidung durch über Rinder nur nach standarisierte Flächenprämien bezahlt – was den tatsächlichen Aufwand für viele Flächen nicht abdeckt. Mit diesen Praxisbeispielen ermittelt das Naturschutzzentrum Daten die dazu beitragen sollen dass die naturschutzfachlich sinnvolle Beweidung in Zukunft für alle Beweidungsbetrieb besser entlohnt wird.

 

Für die Betreuung der Rinder sind der Agraringenieur Rainer Wölfel und der  Natur- und Landschaftspfleger Andreas Roth in Teilzeit angestellt. Als Gebietsbetreuer sind sie auch für die Hutanger zuständig. Die Gebietsbetreuerstellen werden vom bayerischen Naturschutzfonds gefördert.  Die Tiere müssen täglich kontrolliert werden, es müssen neue Zäune errichten und die vorhandene gepflegt  werden. Auf den kleinen Flächen werden die Herden immer wieder umgetrieben.

 

Für die weit verstreute Tierbetreuung, deren Winterbetreuung und den landwirtschaftlichen Betrieb sucht das Naturschutzzentrum dringend eine engagagierte zusätzliche Teilzeitkraft zur Unterstützung der Arbeit (Bewerbungen unter 09151/70200, info@hutanger.de).

 

Mit dem bayernweit einmaligen Beweidungsbetrieb hat das Naturschutzzentrum noch einiges vor. Wir wollen die wissenschaftliche Arbeit zur Förderung von Insekten auf Weideflächen ausweiten und die Kooperation mit Universitäten und Fachhochschulen ausbauen. Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit möchten wir die Menschen zum Thema Beweidung und Naturschutz informieren. Unser Betrieb ist auch ein Beispiel für Praktiker, die sich mit dem Gedanken beschäftigen eine eigene Mutterkuhherde anzuschaffen.

Ob für diese Pläne in den nächsten  Jahren noch Fördermittel zur Verfügung stehen, muss sich allerdings erst noch zeigen. Auf die private Unterstützung der Arbeit setzt das Naturschutzzentrum mit dem Hutanger-Patenschaftsmodell bei dem sich jeder beteiligen kann (siehe www.hutangerblog.de). Die Paten können an gemeinsamen Patenschaftsaktionen teilnehmen und das Weidfleisch erwerben.

Vorbereitungen für die Weidesaison

Wie bei allen Weidetierhaltern haben die Vorbereitungen für die Weidesaison auch beim Naturschutzzentrums begonnen.

Früher hatten die Hirten die Aufgabe die Hornspitzen der Rinder vor dem Weideaustrieb etwas abzufeilen. Diese Maßnahme sollte dazu beitragen, die Verletzungen der Rinder bei Rangkämpfen abzumildern. Der Hirte bekam dafür als Entlohnung oft einige Eier vom Tierhalter. Die Hornspitzen müssen jetzt nicht mehr gekürzt werden, da keine fremden Herden mehr gemischt werden. Aber es gibt andere Tätigkeiten, um die Tiere vor dem Weideaustrieb fit zu machen. Bei manchen Kühen muss eine Klauenpflege durchgeführt werden.

Der Gebietsbetreuer Andreas Roth ist ausgebildeter Natur- und Landschaftspfleger und hat im Hutangerprojekt seinen Schwerpunkt in der Tierbetreuung.
Also: Klauenpflege ist auch eine Form der  Landschaftspflege, mit gepflegten Klauen sind die vierbeinigen Landschaftspfleger fit für ihre Arbeit im Sommer auf den Hutangern.

 

Vorfreude auf die Weidesaison

Bald ist es wieder soweit und die Stallzeit hat eine Ende. Alle Kühe schauen schon sehnsüchtig nach draußen und freuen sich auf die Weisesaison. Für den Austrieb muss allerdings noch etwas Gras wachsen. Erste Frühlingsboten sind immer auch die Kuhschellen.

 

 

 

 

 

 

Wir haben es auch geschafft für die Kuhlumne der Hersbrucker Zeitung eine eigene Spalte einzurichten. Sie können hier die alten Beiträge von 2019 nachlesen und aktuell die neuen Kuhlumnen verfolgen.

Seminar mit Kuhtrainer Philipp Wenz

Der Kuhtrainer Philipp Wenz ist dieses Jahr wieder bei uns im Sittenbachtal zu Gast. Er hält vom 27.09 bis 28.09. ein zweitägiges Intensivseminar zum Umgang mit Rindern.

Das Seminar richtet sich an Mutterkuhhalter, Milchviehbetriebe und Menschen, die einen stressfreien Umgang mit Weidetieren erlernen möchten.

Vormittags gibt es eine theoretische Einführung in den stressarmen Umgang mit Weidetieren und es werden Techniken für die Arbeit mit den Tieren vermittelt. An den Nachmittagen kommt dann jeweils der Praxisteil. Am ersten Tag werden die Techniken mit der Rinderherde auf großer Fläche erprobt, am zweiten Tag steht die Arbeit unter engen Verhältnissen im Korral im Vordergrund.

Anmeldung bei uns im Naturschutzzentrum, Teilnehmerzahl begrenzt

Für interessierte Menschen aus dem „Nicht-Profi-Bereich“ gibt es am Sonntag, den 29.09. ein ganztägiges Schnupperseminar, auf dem Philipp Wenz die Techniken im Umgang mit Rindern erklärt. Die Prinzipien sind auf alle Arten von Weidetieren anzuwenden.

Die Anmeldung für das Eintagesseminar   bei uns im Naturschutzzentrum.

Der Praxisteil findet auf unseren Weiden im Sittenbachtal statt, unsere Tiere freuen sich sicherlich schon auf die Schulung.

Rinderweide erleben

Im Rahmen der BayernTourNatur Führungen lädt der Gebietsbetreuer Rainer Wölfel  zu einem entspannten Abendspaziergang ins Molsberger Tal ein. Nach Feierabend gehen wir zu der Rinderherde des Naturschutzzentrums und genießen entspannt die Abendstimmung auf der Weide.

Hier können sie Fragen zum Beweidungsprojekt und zur Tierhaltung stellen.

Treffpunkt ist der Parkplatz am Sportplatz von Förrenbach
Termin: Mittwoch 26.06.2019 um 19.00 Uhr

Weiden im Waldrand

Am SonntagGebietsbetreuer in Bayern, den 19.05.2019 um 15:00 Uhr führen der Förster Burkhard Reuter und der Gebietsbetreuer Hutanger Rainer Wölfel durch das Molsberger Tal.
Sie zeigen auf der ca. 3-stündigen Wanderung warum die Rinderbeweidung von Waldrändern die Artenvielfalt fördert. Außerdem wird über extensive Weidewirtschaft, den Aufbau von Mittelwäldern und seltene Tier-und Pflanzenarten informiert. Treffpunkt ist am Parkplatz des Sportplatzes von Förrenbach in der Molsberger Straße.

Albauftrieb abgeschlossen

Nach der Winterpause gehen unsere vierbeinigen Landschaftspfleger wieder ihrer Arbeit nach.
Die Tiere wurden mit dem Kuhtaxi zu ihren Arbeitsstätten gefahren. Die Herden sind jetzt im Steinbruch von Hartmannshof, auf der Mühlkoppe bei Pommelsbrunn, im  Molsberger Tal zwischen Förrenbach und Molsberg und im Rempfental auf dem ehemaligen Hutanger.

Die Herde von Steinensittenbach war die  letzte die unseren Stall verlasssen hat, sie haben sich sehr über den Austrieb gefreut (siehe Foto1).

 

 

 

 

Danach mussten eigentlich nur über die Strasse und stehen jetzt malerisch unter den blühenden Obstbäumen und zwischen den Felsen unterhalb von Hohenstein.

Eine Gebietsbetreuerstelle für die Hutanger

Wir freuen uns sehr, dass vom Bayerischen Naturschutzfonds die Stelle eines Gebietsbetreuers für das Naturschutzzentrum Wengleinpark e.V. genehmigt wurde (siehe Pressebericht unten). Die Personalkosten und die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit und projektbezogene Ausgaben (insgesamt max. 70.000 €/Jahr) werden zu 85 % bezuschusst. Der Agraringenieur Rainer Wölfel (80%) und der Natur- und Landschaftspfleger Andreas Roth (20%) teilen sich diese Stelle. Die Gebietsbetreuerstelle ist beim Naturschutzzentrum angesiedelt.

TDG – v.l.n.r.: Martin Kutzner, Landratsamt Nuernberger Land, Untere Naturschutzbehoerde; Christine Bader, Naturschutzfonds; Claus Rammler, Regierung von Mittelfranken, Obere Naturschutzbehoerde; Karl Heinlein, Naturschutzzentrum Wengleinpark e.V., 1. Vorsitzender; Andreas Roth und Rainer Woelfel, Naturschutzzentrum Wengleinpark e.V., Gebietsbetreuer; Richard Bartsch, Bezirkstagspraesident Mittelfranken; Norbert Duenkel, MdL, Karl Rauenbusch, Landratsamt Nuernberger Land, Untere Naturschutzbehoerde und Landschaftspflegeverein;
Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Gebietsbetreuer im Landkreis Nuernberger Land. PK im Hutanger Hinterhaslach, 18.07.2018;

Das Motto der Betreuer lautet „Naturschutz. Für Dich. Vor Ort.“.  Sie sind Teil der bayerischen Biodiversitätsstrategie und sollen „eine Schnittstelle zwischen Natur und Mensch“ bilden.  Die Aufgaben liegen vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit und der Steigerung der Akzeptanz bei der Umsetzung von Naturschutzzielen.

„Zu den kulturlandschaftlichen Höhepunkten Bayerns überhaupt gehören die i.d.R. dorfnahen Allmende-Hutanger …“  das ist ein Zitat von Alfred Ringler aus dem bayerischen Landschaftspflege-konzept und zeigt die Bedeutung der Hutanger für unsere Landschaft.

Bild: Thomas Geiger

 

Bild: Mit einem kleinen Imbiss – mit unserem Weidekalbfleisch, zubereitet vom  vom Stillen Bächlein, serviert auf dem Hinterhaslachen Hutanger – haben wir uns bei allen bedankt, die die Umsetzung der Gebietsbetreuerstelle unterstützt haben.

 

 

Wir möchten im Rahmen unsere Stelle vor allem die Öffentlichkeitsarbeit für die Hutanger in der Hersbrucker Alb verbessern.  Zum einen über Medienarbeit, zum anderen aber durch die Vorstellung praktischer Beispiele mit Führungen,  Vorträgen und wissenschaftlichen Arbeiten. Unsere Rinderherde ist dabei ein wichtiger Botschafter für die Anliegen des Naturschutzes und der Landwirtschaft. Gemeinsam wollen wir dafür kämpfen, dass die Beweidung als unverzichtbarer Teil zur Erhaltung der Artenvielfalt besser unterstützt wird.

Bild: Thomas Geiger, Hutanger Hinterhaslach; Die Rinder wundern, sich was auf ihrer Weide los ist, sie haben aber interessiert den Grußworten gelauscht -).

 

 

 

 

 

Pressebericht in der Hersbrucker Zeitung vom 20.07.18
HZ200718

 

Slow food Nürnberg besucht Horaz und seine Kühe

Mit dem slow food convivium Nürnberg führten wir eine kombinierte Veranstaltung mit Wanderung, Information und gutem Essen durch. Zuerst gab es den Besuch auf der Weide bei unseren Rindern. Lange hat es nicht mehr geregnet, aber ausgerechnet bei der Führung gab es eine ergiebigen Platzregen. Für die Natur und unsere Weiden war der Regen aber dringend nötig. Die Temperaturen  an diesem Nachmittag waren so hoch, dass es auch die Teilnehmer nicht weiter störte. Die „Städter“ erwiesen sich als sehr wetterfest und gut gelaunt ging es durch den Matsch weiter zum Zuchtbullen Horaz und seinen Freunden.

Nach der Führung gab es ein köstlichen „Weidekalb-Menue“ im „Stillen Bächlein“ in Egensbach. Bilder und ausführlichen Text dazu im blog des slow food conviviums