Weideauftrieb abgeschlossen

Die ersten Rinder waren  Mitte Mai im Molsberger Tal. Bis alle vier Herden auf ihren Weiden waren hat es noch etwas geweidebesichtigungMolsbergdauert, letzte Woche kam auch noch unser Zuchtbulle Horaz und jetzt sind alle komHorazplett.

 

 

 

Frühshoppen

 

 

Am 26. Mai gab es auch wieder den traditionellen Weidauftriebs-Frühshoppen mit dem Heimat- und Kulturverein Förrenbach.

 

 

Kuhporträts3

Uli

Uli ist unser erstes weibliches Kalb aus dem Jahr 2010, sie hatte inzwischen schon zwei UliKälber. Ihr Vater hieß Uli und nach alter Tradition haben die Töchter den gleichen Anfangsbuchstaben wie die Väter. Da der Vater Uli nicht mehr da ist, gibt es auch nicht die Gefahr der Verwechslung. Im Jahr 2014 hatte sie etwas Probleme ihr Kalb trinken zu lassen und trat es immer weg. Das Kalb musste sich durchkämpfen und um den Schlägen der Mutter zu entgehen konnte es immer nur von hinten trinken. HildaAufgrund der Kämpfernatur heißt das Kalb jetzt „Hilda“ (von Hiltja = der Kampf). Das Trinken von hinten hat für das Kalb den Nachteil, dass es dann manchmal beschissen wird -).

 

Besondere Kennzeichen             Noch relativ kurze Hörner, schwarze Hornspitze Endnummer 17

Patenschaft                                      Tierarztpraxis Eyrich und Rost

 

Murnau

Unsere geschenkte Kuh „Murnau“ ist eine reinrassige Murnau-Werdenfelserin (Bayerns MW-Kuhvom Aussterben bedrohte Rinderrasse). Der Züchter Dr. Volker Zahn hat sie uns geschenkt, weil er unser Hutanger-Projekt so gut findet und wir auch Werbung für die Murnau-Werdenfelser Rasse machen sollen.  Sein Namensvorschlag war die „Liebe“. Leider wurde die Kuh anfangs ihrem Arbeitsnamen nicht gerecht und wir blieben erst mal beim Namen „Murnau“ hängen. Inzwischen ist sie schon etwas“ lieber“ geworden und hat eidieLieben weibliches Kalb bekommen. Da das Kalb so zutraulich ist, nennen wir nun das Kalb dem Züchterwunsch entsprechend  „die Liebe“ .

 

Besondere Kennzeichen             Einzige Murnau Werdenfelser in der Herde, muht Oberbayrisch Endnummer65

Patenschaft  noch nicht vergeben

 

Vorra

Vorra ist  unsere schönste Mutterkuh, aber leider auch die schwierigste. Ihr Name kommt daher, dass sie es einmal vorzog mit ihrem Kalb alleine am Vorraerberg zu bleiben – ohne Vorramit der Herde mitzugehen. Nach zwei Tagen konnten wir sie wieder abholen.
Sie ist die Diva in der Herde und würde auch gerne Leitkuh werden. Rangkämpfe mit Heidi finden immer wieder statt – bisher gewinnt noch Heidi.

Immer wenn etwas in der Herde los ist,  ist Vorra vornedran, muss alles genau beobachten und ist bereit die Herde zu verteidigen. Sie ist unser Wachhund. Sie ist aber auch sehr scheu und lässt sich ungern berühren. Vorra bekommt eigentlich immer Zwillinge, aber in den Jahren 2013 und 2014 hat sie jeweils eine Kalbpause eingelegt. Dies grenzt für eine Mutterkuh an Arbeitsverweigerung. Wenn Sie dieses Jahr nicht trächtig ist, müssen wir uns leider von ihr trennen.

Besondere Kennzeichen                             sie ist einfach die schönste   und sicherlich auch die erste, die kommt,  wenn man sich dem Zaun nähert, Endnummer 78

Patenschaft                                    wird erst vergeben, wenn sie trächtig ist

 

 

Kuhporträts2

Limmo

Unsere Kuh Limmo hat fast in jedem Jahr das erste Kalb der Herde. Sie sieht etwas anders aus als die anderen Hinterwälderrinder. Limmo2014In ihrer Ahnentafel war einmal ein Limousin-Bulle dabei. Ihr Name stammt deshalb nicht von einem Getränk, sondern er deutet  auf diese Verwandtschaft hin . Limousinrinder stammen aus Frankreich und sind für ihre knackigen Hinterteile bekannt. Aufgrund ihrer französischen Wurzeln bekommen ihre Kälber oft keine Blässe.  Limmo ist eine ruhige, unauffällige Kuh mit freundlichem Wesen. Leider hat sie sich das rechte Horn abgebrochen.

Besondere Kennzeichen   Hornverletzung rechts, große Blesse,   Ohrmarken-Endnummer 80

Patenschaft                           noch nicht vergeben, eignet sich für Freunde Frankreichs

 

Einauge

Manche Namensgebungen bürgern  sich einfach so ein und bleiben dann hängen, so wie Einaugemit „Einauge“. Nach einer Kampfverletzung in der Herde hat sie ein Auge und eine Hornspitze verloren. Einauge ist immer noch die Kuh, die man als Fremder im Auge behalten sollte. In Bedrängnis neigt sie schon mal zu Drohgebärden, die bei Nichtbeachtung auch zu körperlichen Aktivitäten führen können.  Sie ist mit dem Alter auch etwas ruhiger geworden, hat im Jahr 2014 aber auch einigen „Kuhflüsterschülern“ die Benimmregeln in einer Rinderherde beigebracht. Wir sind froh, dass wir sie haben, denn sie passt mit auf die Herde und die Kälber auf – man muss allerdings auch auf sie aufpassen -).

Besondere Kennzeichen         weißer Kopf, Hornverletzung links, weicht nicht immer aus,                                                   Endnummer 79

Patenschaft                               noch nicht vergeben, eignet sich für jemanden der die Gefahr liebt

 

Reddl

Eigentlich heißt sie ja Margarete, die Kurzform ist aber Reddl. Sie war unsere erste Rettl2Patenkuh und hat ihren Namen von der Patenfamilien bekommen. Sie ist sehr umgänglich in der Herde, läßt sich gerne auch einmal berühren, hat aber nicht das beste Nervenkostüm. Auf dem Bild links hat sie sich positioniert, als würde sie sich für DSDM 2014 bewerben herba(DeutschlandsuchtdieMutterkuh-)).
Sie hat in diesem Jahr  ein weibliches Kalb mit einer ungewöhnlichen Blesse bekommen. Da die Kalbung mitten im Kraut geschah heißt das Kalb Herba (rechts).

Besondere Kennzeichen        Dunkle Augenringe, sieht immer etwas struppig aus und die Hörner wachsen zunehmend ins Gesicht  Endnummer 77

Patenschaft                             Familie Müller

Kuhporträts

Kuhporträts

Heidi

Heidi
Sie ist die Herdenchefin wurde in unserem ersten Kuhbeitrag vom Mai 2013 schon einmal vorgestellt.
Die Rinderherden werden immer von Leitkühen geführt. Heidi ist Jahrgang 2005, die älteste Kuh der Herde und eine erfahrene Landschaftspflegerin. Sie ist die uneingeschränkte Chefin, trägt die Glocke und lässt sich problemlos auf neue Weiden führen.
Wenn sie an der Herdenspitze geht, darf sie keiner überholen und an ihr orientiert sich die ganze Herde. Heidi bestimmt die Weidezeiten, die Ruheplätze und den Weg, den die Herde täglich zurücklegt.

Besonderen Kennzeichen:  hellbraunes Tier mit Glocke
Patenschaft                          noch nicht vergeben

Horaz
Das wichtigste Tier für unsere Zucht der „Pfalzblascher“ ist der Zuchtbulle „Horaz“. Er stammt aus der Rotviehzucht der Sauers und ist ein erfahrener Zuchtbulle der auch schon auf horaz2vielen Zuchtschauen war. Bei uns bekommt er seinen Zuchtbullenaustrag und ist der ungekrönte Stammvater der „Pfalzblaschler“. Er ist für die Rasse Rotvieh ein eher kleines Tier, was aber gut zu Hinterwälderrindern passt. Seine Kälber sind sehr frohwüchsig, sind gut bemuskelt und haben einen hervorragenden Fleischgeschmack. Die weiblichen Nachkommen entwickeln sich ebenfalls sehr gut als Zuchttiere für die nächste Generation.
Für unseren Weidebetrieb ist es sehr wichtig, dass Horaz sehr umgänglich ist und keine Aggressionen zeigt. Er lässt sich auch gut aus der Herde herausfangen (wenn er denjenigen kennt, der den Strick hat). Horaz kommt immer erst im August zur Herde und bleibt bis November bei seinen Kühen. Diese Zeitbeschränkung garantiert, dass – nach 9 Monaten Tragezeit – die Kälber im Mai /Juni kommen.
Den Zuchtbullen haben wir seit 2012 und von unserem Preisgeld für den „Nachhaltigkeitspreis der Neumarkter Lammsbräu 2012“ bezahlt.

Besondere Kennzeichen:       trägt Nasenring und ist der einzige Bulle in der Herde
Patenschaft                            Landkreis Nürnberger Land

Erfolgreiches Seminar und Kuhgeschenk

unser Seminar „Beweidung schwieriger Flächen“  war mit mehr als 50 Teilnehmern aus ganz Deutschland ausgebucht. Zusammen mit der „Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege“ (ANL) haben wir das Seminar konzipiert und konnten ein sehr interessantes und praxisnahes Programm anbieten. Von der Beweidung in Steillagen, Blockschutthalden, Quellgebieten, Feuchtbereichen, Wasserschutzgebieten, Moorflächen, Magerrasen, Abbauflächen und Truppenübungsplätzen war von allen schwierigen Flächen etwas dabei. Georg Schlapp vom Bayerischen Naturschutzfonds übernahm die Begrüßung und Dr. Bettina Burkhart-Aichele von der ANL moderiete das Seminar. In den beiden Exkursionen – zum Steinbruch von Hartmannshof und ins Naturschutzgebiet „Oberes Molsberger Tal“ – wurden mit die Herden des Naturschutzzentrums in der Beweidungspraxis auf schwierige Flächen besichtigt.

SeminarSteinbruch1SeminarSteinbruch2NSGMolsberg

 

Die Zukunft der LandschaftspfIegebeweidung hängt mit den  betriebswirtschaftlichen Aspekten zusammen. Beim Vortrag von Norbert Bleisteiner aus Triesdorf wurde klar, dass die Beweidung schwieriger Flächen einen neuen Förderansatz braucht, um die Arbeit gerecht zu entlohnen.

Dr. Volker Zahn aus Peiting hat einen Arche-Hof und war vom Hutangerprojekt so begeistert, dass er dem Naturschutzzentrum Wengleinpark eine original „Murnau-Werdenfelser-Kuh“  gespendet und gleich zum Seminar mitgebracht hat. Die Murnau-Werdenfelser Rinder sind die einzige auchtochtone Rinderrasse Bayerns und vom Aussterben bedroht. Bei uns wird die Reinzucht zwar nicht fortgeführt, aber in Zukunft wird bei jeder Führung zu unserer Herde diese Rasse vorgestellt.

Unsere NeueMW-Kuh Murnau Werdenfelser Kuh

Kennzeichen: Maul, Klauen und Hornspitze sind schwarz

Artenvielfalt und Qualitätsfleisch

im Bayerischen landwirtschaftlichen Wochenblatt Heft Nr. 23 wurde ein interessanter Artikel zu unserem Hutanger Beweidungsprojekt veröffentlicht. Die Autorin Elisabeth Jahrstorfer ging auf unsere naturschutzfachlichen und betriebswirtschaftlichen Untersuchungen zur Landschaftspflege mit Rindern ein und stellte auch das Patenschaftsprojekt vor.

Unsere Tiere

Die Mutterkühe sind die Grundlage unserer Rinderzucht und der Landschaftspflegearbeiten. Wir möchten diese Tiere so lange wie möglich auf unserem Betrieb halten. Sie sind an den Weidebetrieb gewohnt und kennen “ihre” Menschen.

Erfahrene Kühe bilden eine stabile Herdenstruktur, kennen die unterschiedlichen Weiden und lassen sich gut treiben. Da bei unserem Projekt auch Hutangerkuhpatenschaften möglich sind, stellen wir unsere Tiere einzeln vor.

Die Herdenchefin “Heidi”

Die Rinderherden werden immer von Leitkühen geführt. Heidi  ist mit Jahrgang 2005  die älteste Kuh der Herde und eine erfahrene Landschaftspflegerin. Sie ist die uneingeschränkte Chefin, trägt die Glocke und lässt sich problemlos auf neue Weiden führen. Wenn sie an der Herdenspitze geht,  darf sie keiner überholen und an ihr orientiert sich die ganze Herde. Heidi bestimmt die Weidezeiten, die Ruheplätze und den Weg den die Herde täglich zurücklegt. Heidi hat auch schon Medien-Erfahrung und ist im Bayerischen Rundfunk zu hören.

 

Weideochse im Geschmackstest

Nach 29 Monaten ist es nun soweit, dass wir den ersten Geschmackstest mit unserem Hinterwälder-Weideochsen durchführen können. Vom Stall bis zur Schlachtung musste der Ochse noch einen Weg von 50 Metern zurücklegen. Das Fleisch hängt in der Kühlung und wird nach einer Reifezeit von 12 Tagen zerlegt.

Wir haben also alles dafür getan, dass das Fleisch die Qualitäten des Neuseeländischen Geschmackstest erreicht (siehe Artikel vom 12.12.12).

Zusammen mit den Patinnen und Paten sind wir sehr auf das Ergebnis gespannt. Eine Kostprobe davon ist für die Gewerbeschau in Hersbruck geplant. Am 12. Mai wird  bei der Kochschow von den moebelmachern etwas von unserem Ochsenfleisch öffentlich verbraten werden.

Wir freuen uns sehr über weiteres Interesse an einer Patenschaft und am Ochsenfleisch.

 

Nutztierhaltung

Unserer Rinderherde ist eine Nutztierherde. Im Sommerhalbjahr pflegen sie Landschaft und vor allem die naturschutzfachlich wertvollen Standorte. Die Tiere vermehren sich und jedes Jahr steht die Entscheidung an, welche Tiere geschlachtet werden sollen.

Grundstock der Zucht sind unsere Mutterkühe, die so lange wie möglich auf unserem Betrieb bleiben. Die weiblichen Kälber werden zur Zucht aufgestellt. Für die männlichen Kälber steht die Entscheidung an, ob sie als Weidekalb geschlachtet werden, oder ob sie kastriert werden und dann als Ochsen erst nach 2-3 Jahren geschlachtet werden. Die Kastration hat den Vorteil, dass die Tiere das ganze Jahr in der Herde mitlaufen können, ohne Inzucht zu verursachen.

Ochsen haben auch eine bessere Fleischqualität als Bullen, dafür wachsen sie aber deutlich langsamer.
In der Weisesaison 2012 haben wir vier Bullenkälber bekommen, zwei davon wurden gerade geschlachtet. Bio-Weidekalbfleisch kann in der 50. Kalenderwoche über das Naturschutzzentrum bestellt werden.

Rinder als Fotomodelle

Unsere Rinder sind derzeit multimedial im Einsatz. Nach den Interviews mit dem Bayerischen Rundfunk gab es auch noch ein Fotoshooting für den Bund Naturschutz. Am Freitag hatten wir einen Termin mit Thomas Stephan, der durch viele Beiträge für die Zeitschrift Geo bekannt ist. Die Rinderherde  konnte die Landschaftsvielfalt des Naturschutzgebietes Oberes Molsberger Tal voll zur Geltung bringen.
Sie standen Modell
„im Herbstlicht“, „an der Blockschutthalde”,  und bei der „Bachüberquerung“

 

 

 

 

 

Die Tiere folgten uns auf Zuruf zum jeweiligen Wunschort und posierten wie routinierte Modells vor der Kamera. Sogar unser Zuchtbulle Horaz hat die Prozedur sehr geduldig ertragen. Da die Weide von Fremden nicht betreten werden darf, biete ich unseren fotointeressierten Paten an, mich bei der Weidekontrolle zu begleiten. Rufen Sie mich an, wenn sie noch ein paar eigene Herbstbilder mit den Kühen schießen möchten.